Vereinsmanagement

Vereinsmanagement

Abteilungen im Sportverein

Finanzen von Abteilungen

Es gibt keine volle finanzrechtliche Eigenständigkeit von Abteilungen
Die rechtliche Stellung von Abteilungen in Mehrspartenvereinen wirft, insbesondere bei Finanzfragen (eigenständige Kasse; Verlust der Gemeinnützigkeit des Gesamtvereins bei Unregelmäßigkeiten einer Abteilung) immer wieder Probleme auf.

Vielfach sehen sich die Mitglieder des Hauptvorstandes eines Mehrspartenvereins dem Druck einzelner - meist gut wirtschaftender - Abteilungen dahingehend ausgesetzt, diesen eine finanzielle und finanzrechtliche Selbständigkeit einzuräumen.

Dieses Begehren führt dann sehr oft zu erheblichen Unruhen in einem Mehrspartenverein, da auch die anderen Abteilungen "zu ihrem Recht kommen wollen!"

Hierzu geben wir folgende Tipps:
Steuersubjekt gegenüber dem Finanzamt ist bei nahezu allen Mehrspartenvereinen der eingetragene gemeinnützige Sportverein, nicht eine Abteilung des eingetragenen Sportvereins. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Hauptvorstand des eingetragenen Sportvereins und hier dessen nach außen hin vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder (§ 26 BGB) die steuerlichen Pflichten des eingetragenen Sportvereins zu erfüllen haben. Folge dieser Rechtslage ist, dass der Hauptvorstand und die Mitglieder des Vorstandes gem. § 26 BGB ständig darüber im Bilde sein müssen, was in den einzelnen Abteilungen ihres Mehrspartenvereins "finanziell läuft", wenn sie sich nicht haftungsrechtlichen Risiken aussetzen wollen.

Sofern die Vereinssatzung und die weiteren auf Grund der Vereinssatzung ergangenen Ordnungen (insbesondere eine Finanzordnung) keine finanzielle Eigenständigkeit der Abteilungen in begrenztem Rahmen zulassen, darf es in einem Mehrspartenverein daher
1. nur eine Kasse,
2. nur eine Kontoführung,
3. nur eine einheitliche Buchführung,
4. nur eine einheitliche Steuererklärung
geben.

Finanzielle Eigenständigkeit kann aber durch eine Finanzordnung sowie Beschlüsse der dafür zuständigen Gremien grundsätzlich einer Abteilung in einem gewissen Rahmen eingeräumt werden.

Entsprechend für alle verbindlichen Spielregeln sollte, wenn nicht eine Kompetenz der Mitgliederversammlung besteht, der Vorstand des Sportvereins aufstellen. Idealerweise gibt sich ein Mehrspartenverein eine eigene Finanzordnung. Bei einem Einspartenverein, in dem eigene Kassen existieren sollen (beispielsweise einem Fußballverein mit mehreren Jugend- und Seniorenmannschaften), dürfte ein Vorstandsbeschluss ausreichend sein.

Hierzu wäre dann zwingend zu regeln:
1. Regelmäßige Überwachung der Abteilungskasse,
2. Vier-Augen-Prinzip bei Rechtsgeschäften mit Dritten,
3. Regelmäßige Konsolidierung der Abteilungskassen mit der Hauptkasse (1/4 oder 1/2 jährlich).

Grundsätzlich vermieden werden sollten aber eigene Konten der Abteilungen bei den örtlichen Banken sowie Festgeldkonten. Finanzielle Eigenständigkeit sollte in einem Mehrspartenverein wie auch einem Einspartenverein mit mehreren Mannschaften nur durch Überlassung einer Kasse gewährt werden, die monatlich, 1/4- oder 1/2 jährlich mit dem Hauptkassierer des gemeinnützigen eingetragenen Sportvereins abzurechnen ist.

Bei einem Mehrspartenverein und der Einräumung einer finanziellen Eigenverantwortlichkeit bis zu einem gewissen Umfang sollten auch entsprechende Vertretungsregelungen von dem Hauptvorstand des eingetragenen gemeinnützigen Vereins getroffen werden. Dies deshalb, weil grundsätzlich nicht auszuschließen ist, dass es beispielsweise durch das unregelmäßige Finanzgebaren einer Abteilung (Bsp.: höherklassig spielende Mannschaft einer Fußballabteilung in einem Mehrspartenverein) zu Problemen mit der Gemeinnützigkeit des gesamten Vereins kommen kann (Bsp.: Zahlungen an Spieler, die über die steuerrechtlichen Grenzen hinaus gehen).