Recht, Steuern und Versicherungen

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Steuern

Steuerliche Behandlung von Sportveranstaltungen

Teil 2 – Umsatzsteuerliche Behandlung von Sportveranstaltungen

Da die Sportveranstaltungen eines gemeinnützigen Sportvereins dem steuerbegünstigten Zweckbetrieb zugeordnet werden, unterliegen die Einnahmen dem ermäßigten Steuersatz von 7 % (Umsatzsteuer Anwendungserlass Abschnitt 12.9 Absatz 10 Nr. 2).

Zu den Einnahmen einer Sportveranstaltung gehören Eintrittsgelder, Teilnahmegebühren und Einnahmen aus der Vermietung von Sportanlagen und Sportgeräten an Vereinsmitglieder. Nach § 4 Nr. 22 b Umsatzsteuergesetz sind von gemeinnützigen Sportvereinen durchgeführte Sportveranstaltungen steuerfrei, soweit die Einnahmen aus Teilnahmegebühren bestehen.

Sportveranstaltungen im Sinne des Umsatzsteuerrechts sind organisatorische Maßnahmen eines gemeinnützigen Sportvereins, die es aktiven Sportlern ermöglichen, Sport zu treiben. Nicht zu den Sportveranstaltungen im umsatzsteuerlichen Sinn gehört die bloße Nutzungsüberlassung von Sportanlagen und Sportgeräten.

Die Überlassung von Sportanlagen und Sportgeräten ist nach § 4 Nr. 22 Umsatzsteuergesetz nicht befreit, jedoch greift die Umsatzsatzsteuerbefreiung nach Gemeinschaftsrecht (Artikel 132 Absatz
1 m Mehrwertsteuer-Systemrichtlinien - EU). Die gesetzliche Bestimmung befreit bestimmte, mit der Körperertüchtigung im engen Zusammenhang stehende Dienstleistungen.

Der Bundesfinanzhof hat in einer geltenden Rechtsprechung klargestellt, dass die Überlassung von Sportanlagen durch gemeinnützige Sportvereine regelmäßig unter die Befreiung fällt (BFH Urteile vom 03.04.2008, Az V R 74/07 und 18.08.2011, Az V R 64/09).
Bei Berufung auf die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinien der EU  entfällt jedoch auch ein Vorsteuerabzug, da die Einnahmen von der Umsatzsteuer befreit sind.

Nach Deutschem Umsatzsteuerrecht des § 4 Nr. 22 Umsatzsteuergesetz sind die Einnahmen aus der Vermietung von Sportanlagen und Sportgeräten umsatzsteuerpflichtig mit der Folge, dass auch ein Vorsteuerabzug möglich ist. Für Vermietung an Vereinsmitglieder ist der ermäßigte Steuersatz von 7 % anzuwenden, die Zuordnung der Einnahmen erfolgt im steuerbegünstigten Zweckbetrieb. Die Vermietung an Nichtmitglieder wird dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zugeordnet und unterliegt dem umsatzsteuerlichen Regelsteuersatz von 19 %.

Quelle: Edgar Oberländer, Mitglied des Landesausschusses Recht, Steuern und Versicherung (LA-RSV)