Recht, Steuern und Versicherungen

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Steuern

Steuerliche Behandlung von Sportveranstaltungen

Teil 1 - Ertragssteuerliche Behandlung

Für Sportveranstaltungen eines gemeinnützigen Vereins gelten für die ertragssteuerlichen Bestimmungen die Regelungen des § 67 a Abgabenordnung und die Befreiungsvorschrift des § 4 Nr. 22 Umsatzsteuergesetz.

Die Sportveranstaltungen eines gemeinnützigen Sportvereins werden grundsätzlich in den steuerbegünstigten Zweckbetrieb eingeordnet, wenn die Einnahmen aller
Sportveranstaltungen eines Kalenderjahres einschließlich der Umsatzsteuer nicht mehr als 45.000 € betragen (§ 67a Absatz 1 Satz 1 Abgabenordnung).

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 25.07.1996, BStBl Teil II Seiten 97 und 154 festgestellt, dass eine Sportveranstaltung eine organisatorische Maßnahme eines Vereins ist, die es den Mitgliedern und Nichtmitgliedern ermöglicht, Sport und Training zu betreiben.

Nicht zu den Sportveranstaltungen gehören die neben der Veranstaltung durchgeführten wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe in Form von Werbung oder dem Verkauf von Speisen und Getränken.
Sollte die Zweckbetriebsgrenze von 45.000 € innerhalb eines Kalenderjahres bei den Sportveranstaltungen überschritten werden, (Sportveranstaltungen gehören zu den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben), kann der Verein eine Optionserklärung (§ 67 a Absatz 2 Abgabenordnung) aussprechen, die weiterhin die Zuordnung der Sportveranstaltungen zu steuerbegünstigten Zweckbetrieben erlaubt, jedoch dürfen an den Sportveranstaltungen keine bezahlten Sportler teilgenommen haben.

§ 67 a Absatz 3 Abgabenordnung, schließt die Zuordnung der Sportveranstaltung zum steuerbegünstigten Zweckbetrieb aus, wenn die Teilnahme von bezahlten Sportlern vorliegt. Nach dem Anwendungserlass zur Abgabenordnung zu § 67 Absatz 3 Nr. 31 gelten Zahlungen, die im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 400 € pro Monat betragen (jährlich 4.800 €), als Aufwandsentschädigung. Ein Einzelnachweis der Aufwendungen des Sportlers ist nicht zu erbringen. Diese Regelung gilt jedoch nur für Zahlungen an  Sportler des Vereins, nicht für vereinsfremde Sportler.
Sind die Aufwendungen des Sportlers höher als 400 € monatlich, sind die Aufwendungen nachweispflichtig.

Ein gemeinnütziger Sportverein kann auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze von 45.000 € durch Optionserklärung verzichten und die Veranstaltungen zum steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb erklären. Diese Optionserklärung macht jedoch nur Sinn, wenn bei den Sportveranstaltungen Verluste erwirtschaftet werden, welche mit Gewinnen aus anderen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben verrechnet werden können, und somit ein geringerer steuerpflichtiger Gewinn zu versteuern ist. An die Optionserklärung ist der Sportverein fünf Kalenderjahre gebunden.

Quelle: Edgar Oberländer, Mitglied des Landesausschusses Recht, Steuern und Versicherung (LA-RSV)